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Haus der Musik Traunreut, eine Lebensgeschichte

 

Ich wurde 1948 in Haslach bei Traunstein geboren und trotz der Armut nach dem Krieg, von der auch meine Familie nicht verschont blieb, mietete mein Vater Paul mir als Neunjähriger ein passendes kleines 40-bässiges Akkordeon, weil sein Akkordeon noch viel zu groß für mich war.

Das war der Anfang, die Musik wurde mein Begleiter und ist es bis heute geblieben.

Haslach war damals ein typisches bayerisches Dorf mit Kirche, Krämerladen und 2 Wirtshäusern. Als Jugendlicher sang ich im Haslacher Kirchen- und im Männerchor, so lernte ich vom Blatt zu singen.

Auf den Chorausflügen nahm ich mein Akkordeon mit und spielte auf. Das sprach sich im Dorf schnell herum und bald darauf spielte ich zur Unterhaltung beim Feuerwehrball und beim Weiber- und Dirndlkranzl.

Eines Abends stand Alfons Schuhbeck, selbst ein Haslacher vor der Bühne und rief: "Schmeis dei Ziach in de Odlgrubn und kaf da a Orgel". Auch wenn ich Alfons` Rat bezüglich des Akkordeons nicht buchstäblich folgte, so kaufte ich doch eine Orgel und gemeinsam mit Walter Jahn (E-Bass) und Karl Umek (Schlagzeug), erwuchs daraus die bekannte Band "The Scalas" mit Alfons Schuhbeck als Gitarrist und Sänger.

Ich bin mir nicht sicher ob ich ohne seine Worte zum Orgel- und Klavierspieler geworden wäre, auf jeden Fall hat er diese Entwicklung beschleunigt.

The Scalas wurde schnell zu einer gefragten Tanz- und Showband. Kaum volljährig spielten wir den Turnerball, den Justizball und teils täglich im Tanzcafe Excelsior in Traunstein. Walter, unser Bassist war damals erst 16 Jahre. Immer wenn es zu einer Polizeikontrolle im Lokale kam, versteckte er sich hinter seiner großen Bass-Box und entzog sich so jeder Anzeige. Wie das Leben so spielt, wurde er später ein vorbildlicher Polizeibeamter und spielt noch heute wunderbar mit seinem Akkordeon auf den Bühnen Europas und manchmal sogar in Las Vegas.

Auch nach dem Ende von "The Scalas" ließ mich das Bühnenfieber nicht los. Ich spielte Hammond-Orgel, Klavier, Trompete und sang - vor allem John Fogerty von den Creedence Clearwater Revival lag mir stimmlich sehr: 

1968 als Gast bei der Assy Grey Band (Altenmarkt) und ab 1969 als Profi-Musiker bei den "Ric Gerty´s".

Mein persönliches Highlight als Bandmusiker war das Jahr 1972.  Ric Gerty´s wurde die offizielle Olympiaband 1972 in München. Wir spielten täglich in der Disco im olympischen Dorf für die Sportler aus der ganzen Welt. Manche tanzten mit ihren Medallien verzaubert vor uns herum, ein berauschendes Erlebnis. Wir lernten viele Prominente kennen (u.a. Hans Joachim Vogel - damals Münchens 1. Bürgermeister), Blacky Fuchsberger (Organisator/Presse-Sprecher)  und hatten Auftritte bei allen großen Sportveranstaltungen nach der Olympiade (u.a. Wahl zum Sportler des Jahres 1973 zusammen mit dem Orchester Hugo Strasser im Kurhaus Baden Baden, am Mittwoch 21.3.73 vor 74.194 Zuschauern in der Halbzeitpause des Landesmeister Vietelfinales FC-Bayern/Ajax Amsterdam 2 : 1).

Die Terror-Anschläge auf die israelischen Sportler im olympischen Dorf beendeten diese unbeschwerte Zeit jäh und grausam.

Ich merkte, dass mir die langen Auftritts-Nächte als natürlicher Frühaufsteher immer mehr zusetzten, so dass ich mich 1974 dazu entschied, meine Bandmusiker Karriere zu beenden.

Ich hatte bereits nebenbei mit großer Freude Klavier- und Akkordeonschüler unterrichtet und wollte die Musikpädagogik nun zu meinem beruflichen Inhalt machen.

Da einer der Auftritte von Ric Gerty´s im Tanzcafe Schlack in Tuttlingen, ganz in der nähe von Trossingen, dem Sitz der Hohner AG war, packte ich die Gelegenheit beim Schopf und sprach bei einem der Geschäftsführer vor, ob er sich vorstellen könnte, mir 12 Stück 40er Hohner Starlett ab Werk zu verkaufen, da ich vorhatte, eine Musikschule zu gründen, um die Instrumente an Anfänger weiter zu vermieten. Der Hohner Boss vermittelte mich an den Hohner Großhandel in München in der Bodenseestr. Bei der Vorsprache dort, stellte der dortige Geschäftsführer zur Bedingung, dass der Bezug des Warensortimentes erst durch die Gründung eines Fachhandelsgeschäftes mit Schaufenster zu bewerkstelligen wäre. So kam es dazu, nicht nur hauptsächlich als Pädagoge tätig zu sein, sondern auch einen Laden für Musikinstrumente zu eröffnen.

Ich bewarb mich als freischaffender Klavier- und Akkordeonlehrer an den Volksschulen Chieming und Grabenstätt, um nachmittags in deren Räumen Unterricht zu geben. Die Schulleiter willigten sofort ein, meinten aber, "Das wird eh nix".

Falsch gedacht, die Schülerzahl stieg rasch an. In Haslach unterrichtete ich in meiner Wohnung sogar eine 4er Gruppe Akkorden jeden Samstag um 7,30 Uhr früh, danach gingen die Jungs in den Unterricht in eine Traunsteiner Volksschule. Wegen ansteigender Schülerzahlen folgte die Einstellung von Aushilfskräften für Gitarre, Blockflöte, Melodica und Früherziehung. Gerne erwähne ich hier Traudl Golser und Sigi Rudholzner, die einen sehr hohen Beliebtheitsgrad bei ihren Schülern genossen. Die Suche nach einem Ladenobjekt ging los, das in Traunstein sein sollte. Aber erstens war nichts zu finden und zweitens waren zu der Zeit bereits drei Musikgeschäfte im Ort ansässig. Ich las zufällig ein Inserat, "Laden in Traunreut zu vermieten" und fackelte nicht lange.

Am Montag den 3. Mai 1976 wurde dann das Haus der Musik in der Marktstr. 4 eröffnet. Das gesamte Areal gibt es heute nicht mehr und ist Teil der Firma Heidenhain.

Die ersten Angestellten im Laden waren: Hans Gut (Verkäufer) Frau Eidenschink (Buchhaltung). Der erste verkaufte Artikel war ein Klavierstuhl an die Familie Eliseit aus Vachendorf.  Am Do. 6. Mai gegen 21,00 erschütterte ein Erbeben Friaul. Die Druckwelle erreichte mich in meinem Laden, gerade beschäftigt mit Einsortieren von Waren. Ob das ein schlechtes Zeichen war?

Am Tag davor kam Jornalist Ralf Helten, damals 2. Bürgermeister vorbei, gratulierte mir zur Neueröffnung. Meinen Gründermut hob er hervor, gab jedoch zu bedenken, "Läden in Traunreut sind meist nach zwei Jahren wieder dicht".

Ich bin ihm noch heute dankbar für seine offenen und ehrlichen Worte, die mich anspornten und mich jede Entscheidung genau abwägen ließen. Am 25.11.1977 bestand ich die Prüfung zum staatlich anerkannten Akkordeonlehrer mit Note Eins in Pädagogik. Das Studium lief nebenher. Ich musste 2 x die Woche zu Prof. Dr. Zehelein, den Leiter des damaligen Richard Strauß Konservatorium (heute: Musikhochschule), nach München fahren. Ich hätte gerne Klavier studiert, aber der große zeitliche Aufwand lies das nicht zu.

Denn der Laden und die Musikschule wuchsen weiter rasant an. Ich entschied mich, meine Zeit mehr für den Unterricht und das Leiten der Musikschule zu verwenden. Ich unterrichtete 100 Schüler im Fach Akkorden und verwendete hierfür neue von mir entwickelte musikpädagogische Methoden, die sprichwörtlich großen Anklang fanden.

Nach dem Ausscheiden von Hans Gut, stellte ich im Laden regional bekannte Musiker wie Hans Schuster und dann Hubert Maier an. Einen großen Rückhalt bekam ich durch meine Ehefrau Ingrid, die Büro und Haushalt meisterte. Nachdem durch das Wachsen der Musikschule neben dem Akkordeon nun das Klavier als Unterrichtsinstrument immer mehr in den Vordergrund trat, nahm ich die Klaviermarken Steingraeber Ibach und KAWAI in mein Sortiment auf so dass ich eine weitere Ladenfläche 1979 in der Markstr. 4 anmieten konnte.

Nun stellte ich Hermann Fuchs einen professionellen Klavierverkäufer ein. Er war wirklich ein Fuchs auf diesem Gebiet und durch seinen Einsatz übertraf der Umsatz der Klaviere bald den Restumsatz der anderen Instrumente.

Um einen umfangreichen Service anbieten zu können, eröffnete ich 1979 eine Klavierwerkstatt mit einem angestellten Klavierbauer. Klaus Wellnitz war ein Reparaturkünstler, er leistete auch Service für alle anderen Instrumente und bei unseren Schülerkonzerten half er mit, die Instrumente, Zithern, Hackbretter, Gitarren usw. für die Auftritte während der Schulkonzerte, zu warten und zu stimmen. Wir gaben mindestens 8 Konzerte pro Jahr in unseren Zweigstellen, Grabenstätt, Chieming, Traunstein, Haslach, Vachendorf, Waging, Surberg und Neukirchen am Teisenberg. 1981 folgte dann die Erweiterung des Musikhauses durch einen 3. Laden mit Beschallungssystemen, Musikelektronik und einer Elektronik Werkstätte in der Breslauer str. 6 Thomas Kraller ein hervorragender Gitarrist und Branchenkenner, war der Leiter des Musikerladens. Zusammen mit Robert Magerihu war der Musikerladen zu der Zeit eine gefragte Anlaufstelle für Tanz- und Lifemusiker.

In den gleichen Räumen wurde meine zentrale Musikschule, mit eigenem Konzertsaal, Aufnahmestudio und Unterrichtsräumen feierlich eröffnet. Da die jetzt 3 Läden eine Verkaufsfläche von 600 m² hatten und eine entsprechende Umsatzgröße erzielten, war die Eintragung in das Handelsregister erforderlich. Mit meiner Ausbildung als Groß-und Außenhandels Kaufmann vor meiner Profimusikerlaufbahn und der staatliche Anerkennung als Musiklehrer, erfreute ich mich nun an zwei Berufen.

Das damals neu eröffnete Kurhaus in Chieming war der Austragungsort der Jahreskonzerte meiner privaten Musikschule. Die Konzerte waren sehr beliebt, wir durften oft mehr als 600 Zuhörer begrüßen. Es traten auf: 2 Akkordeon-Orchester, 1 Jugend Blasorchester Ltg. Paul Cocoanto (daraus entstand später die Grabenstätter Blaskapelle) Gitarren und Volksmusik-Gruppen.

Ich führte als Moderator durch den Abend und war stolz auf meine Schüler. Mein Herz gehörte weiter der Musikschule. Das Ladengeschäft und die Musikschule entwickelten sich weiter stark aufwärts. Mit dem Akkordeonorchester wurde meine Musikschule 1984 und 1985  bayerischer Meister in der Jugendklasse. Im Jahr 1985 hatte die Musikschule 450 Schüler, 6 vollbeschäftigte Lehrkräfte mit staatl. anerkannter Prüfung, 2 in Teilzeit beschäftigte Lehrkräfte, 5 Angestellte in den 3 Läden in Traunreut.  Der Jahresumsatz betrug 1985 DM 1.350.000,- Mein Steuerberater Seb. Zehentner, Gott hab ihn selig, bezeichnete mich damals als "Senkrechtstarter" aber bald zogen dunkle Wolken auf.

Die Orte Traunstein, Trostberg und Emertsham/Tacherting gründeten kommunale Musikschulen zu der bereits bestehenden Musikschule Traunwalchen dazu. Die Gemeinden gaben hohe Zuschüsse und bezahlten die Lehrkräfte nach Beamtentarif. Dies führte dazu, dass Lehrkräfte meiner Musikschule die Seite wechselten und meist einen Teil der Schüler mitnahmen. Dies ging 2 jahre so weiter. Es gelang mir nur mit größtem Aufwand, für meine Schule neue und fähige Lehrkräfte zu finden denn diese waren damals rar.

An Schülern mangelte es nicht, meine private Musikschule hatte einen sehr guten Ruf. Aber sie wurde zu einem Politikum, besonders zu jenem Zeitpunkt, als ich ausrechnete, wenn ich die gleichen Zuschüsse bei gleicher Schülerzahl wie die städt. Musikschule Traunwalchen/Traunreut bekäme, würde jeder Schüler am Jahresende eine DM zurückerhalten. Dann kam noch die bayerische staatliche Verordnung, dass private Musikschulen den Titel "Musikschule" nicht mehr führen dürfen. Ich wendete mich wieder den in mir schlummernden Kaufmann zu und rechnete Kosten und Nutzen meiner privaten Musikschule durch: ich kam zu dem Entschluss, dass sich mein Herzblut das ich in diese Sache steckte, finanziell nicht mehr lohnte. Deshalb beschloss ich, im jahr 1987 die Musikschule radikal zu verkleinern. Ich bot als Fächer Klavier, Keyboard, Akkordeon, die ich selber unterrichtete, dann E-Gitarre und Kontrabass durch Hans Baltin, Gitarren-Anfänger/Blockflöte mit Rita Fichter-Rollfinke an. 

Privat konnte ich das wiederholen, für das ich meinen Vater seit 1956 dankbar bin: ich konnte meinen Sohn Alexander für die Musik begeistern, seit 1988 lernte er bei mir die musikalischen Grundlagen

In den 90er Jahren erlebte die verkleinerte Musikschule noch zahlreiche besondere Darbietungen.

Das Keyboard Ensemble "Grazy Keys" mit 2 Sängerinnen, dabei meine damals 9-jährige Tochter Andrea und mein Sohn Alexander an der E-Gitarre, brachten es zu Auftritten in Traunreuter Lokalitäten. Dann folgten ganz besondere Schülerkonzerte im Saal der Sportplatzgaststätte. Die "Hut Party" mit Robert Zunhammer als Schlagzeugbegleiter der "Grazy Keys" und ein Jahr darauf die "Tanz Party". Da tanzten die Eltern und Besucher nach den Rhythmen der "Grazy Keys". Da es keine Noten für diese Besetzung gab, schrieb ich die Arrangements selber.

Es gab danach viele Anfragen für weitere Auftritte, aber die Prioritäten liegen bei 13-14 jährigen Schülern, die den Großteil der Band stellen natürlich auf anderen Dingen, so dass sich meine geliebten "Grazy Keys" wo ich selbst einige Rocksongs sang, schlussendlich auflösten.

Da ich im Management des Ladengeschäfts immer mehr gefordert war, stellte ich für meine Fächer Keyboard/Klavier Lehrer an. Es folgten Joa da Silva, Sven Fischer, Alexander Komlew und Reinhard Rennar. Der Musikunterricht im Haus der Musik bestand bis zum jahr 2015.


Ehemalige Schüler meiner privaten Musikschule, die den Schritt zum Berufsmusiker und Künstler schafften:

 

Sven Fischer, Pianist und Klavierpädagoge
Knut Mensing, Gitarrist Jazz Funk und Pop
Helmut Jahn, Akkordeon Solist und Musiklehrer
Alex Komlew,  Filmkomponist,Musikproduzent

Die Räumlichkeiten der Musikschule in der Breslauer str. 6 standen ab 1987 leer. Deshalb suchte ich Nachmieter. In der Anfangsphase durfte das neu gegründete "Theaterchen O" den Konzertsaal meiner Musikschule kostenlos nutzen. Dafür bekam ich eine Urkunde vom Gründer Herrn Unterforsthuber, genannt "Ufo"..."Lebenslanger kostenloser Eintritt ins Theaterchen O".

Die Fa. Bizerba Waagen AG mietete ab 1990 die Räumlichkeiten als Reparaturdienststelle.

Ein großer Aufwand war das Betreiben der 3 Läden, mehr Personal, mehr Kosten großer Zeitaufwand usw. nagten an meinem kaufmännischen Sachverstand. Nun musste ein passender zentraler Laden gefunden werden.

Der Umzug gelang im Jahr 1998 in die Traunwalchner Str. 1. Das war viel Arbeit, denn es galt Warenmengen die auf 600 m² gelagert wurden auf 260 m² zu plazieren. Meinen Freund und "Ric-Gerty" Fan Bernd Paetzelt aus Trostberg beauftragte ich, den Laden entsprechend auszustatten. Passend zum sanften grün der Firmenfarbe und dem neuen Firmenlogo bekam Haus der Musik das Gesicht, wie es jetzt alle kennen. Der Zwischenabverkauf war erfolgreich und wir konnten den Umzug erledigen. Da der Betrieb jetzt zentralisiert war, konnten viele Kosten eingespart werden. Die Klavierwerkstatt wurde weiter von Klaus Wellnitz betrieben und im Verkauf betreute Robert Zunhammer, Fachmann für Percussion, meine Kunden.

2001 kam meine Frau Ingrid an Stelle von Robert Zunhammer in den Verkauf und setzte nochmal einen völlig neuen Akzent in Haus der Musik. Ihre stets offene und fröhliche Art hat viele Kunden begeistert und zu Stammkunden werden lassen. Unsere Kinder waren inzwischen außer Haus und Ingrid hat die neue Herausforderung im Geschäft mit vollem Elan angenommen. Sie hatte über die Jahre nicht nur zwei wunderbare und erfolgreiche Kinder großgezogen und mir damit den Rücken freigehalten, sondern war nun buchstäblich auch im Laden selbst die stets gut gelaunte und einfühlsame Seele des Hauses. Klaus Wellnitz ging 2002 in Rente, als Nachfolgerin kam die Klavierbauerin Claudia Sohnemann. Die neuen Räumlichkeiten sorgten für ein angenehmes übersichtliches Arbeiten, es machte uns allen viel Freude in diesem Betrieb sein zu können. Der ganz große Schock kam dann 1999. Ein großer Wasserschaden ausgelöst durch eine geplatzte Waschmaschinenzuleitung im obersten Stockwerk, zerstörte mehr als die Hälfte der teils sehr wertvollen und einzigartigen Musikinstrumente. Die ganzen Stockwerke liefen voll und entleerten sich im Ergeschoss. Die Traunreuter Feuerwehr musste am Haupteingang eine riesige Wasserrinne installieren, um den Hauptschwall der sturzbachmäßig erfolgte, auf die Straße zu leiten. Es folgten noch einige weitere Wasserschäden, aber alles in allem war die Zeit in der Traunwalchener Strasse wunderbar und sehr erfolgreich.

Meine Ingrid und ich, haben die lange berufliche und geschäftliche Reise bis zum heutigen Tag sehr genossen, ganz nach dem Motto von Konfuzius: "Wähle einen Beruf den du liebst, und du musst keinen Tag in deinem Leben arbeiten". Der Entschluss aufzuhören geschieht altersbedingt. Obwohl das Geschäft nach wie vor sehr erfolgreich läuft, konnten wir den Laden nie veräußern. Den Interessenten fehlte es an Kapital, die Banken geben keines, da unsere Branche als klein und unrentabel gilt. Als Gegenargument kann ich nicht ohne Stolz folgende Zahlen vorweisen: in 44 Jahren "Haus der Musik" wurden Musikinstrumente und Dienstleistungen für 20 Millionen € 20.000.000,- verkauft.

Ich habe über Jahrzehnte akribisch einen Tagesplan geführt und kann auf eine Arbeitsleistung von 106.225 Stunden zurückblicken. Dies entspricht einer Stundenwochenleistung von 55 Stunden. In den 44 Jahren fehlte ich nicht einen Tag krankheitsbedingt im Geschäft, was ich in erster Linie meiner lieben Ingrid zu verdanken habe. Sie ist jetzt 50 Jahre an meiner Seite und hat mit mir alle Höhen und Tiefen durchgestanden, ein Umstand, der alles andere als selbstverständlich ist. Darüber hinaus genoss ich jeden Tag ihre Mittagsküche mit gesunden natürlichen Speisen, die neben unseren regelmäßigen ausgiebigen Wander- und Bergtouren maßgeblich zu unserer robusten Gesundheit beitrug. Den Besuch eines Fitness-Studios konnte ich mir ersparen, da ich als Klavierträger meines Musikhauses ca. 1.000 Klaviere und Flügel, einen Großteil davon mit Gurt in Stockwerke trug. Ein Klavier wiegt 190 bis 230 kg, ein Flügel ab 250 kg und mehr.

Der Standort Traunreut war 1976 die richtige Entscheidung. Eine junge aufstrebende Stadt mit wachsender Bevölkerung, die noch dazu sehr musikalisch war. Wir freuten uns aber natürlich auch über Kundschaft aus ganz Deutschland und der Welt und machten uns ein eigenes Ritual für Instrumentenlieferungen in weit entfernte Gebiete: Ein Klavier in eine Villa von Thurn und Taxis nach Südfrankreich, eine schwarze Violine nach Luxemburg, ein weißes Kawai Klavier nach Bonn usw. usw. - Diese Lieferfahrten haben wir stets an Wochenenden terminiert und diese sogleich mit einem schönen Kurzurlaub verbunden.


Nun gilt es Danke zu sagen an unsere treue Kundschaft die trotz Internet unsere Beratung genoss und dann auch einkaufte. Halten sie uns die Treue auch in den letzten 3 Monaten des Ausverkaufes.

Vor allem geht mein Dank an meine treuen Mitarbeiter, die mich in den 44 Jahren begleitet haben.
Musiklehrer(innen) der Gründerzeit:
Traudl Golser (Akk. Bfl. Früherziehung), Sigi Rudholzer (Git.), Peter Komlew (Klav. Kirchenorg.), Hans Eder (Git.), Organist Schuster (Heimorgel), Maggie Elmenthaler (Heimorgel Klav.), Hubert Dreisinger (Git.), Alfred Fuchs (Git. Hackbrett), Christine Schlechter (Früherziehung, Git. Bfl.), Arnold Schlechter (Klavier), Hermann Doppelberger (Zith.), Heinz Jeromin (Akk.), Hans Schuster (Pos. Blechbl.), Helmut Patermann (Akk. Diat.), Hans Breinbauer (Akk.), Rudi Leitermann (Zither), Brigitte Leitermann (Hackbr. Harfe), Heinz Lichtmannegger (Git. Kontrab.), Annemarie Zweck (Bfl. Qufl. Hackbr.), Paul Cocoanto (Klar. Dirig. Blasorch.), John Frohner (Trp.Blechbl.), Klaus Danner (Git.).

Musiklehrer der neuen Schule in der Traunwalchner Str. 1

Joa da Silva (Klav. Pop Ges.Keyb.) Sven Fischer (Klav. Keyboard) Alex Komlew (Klav. Keyb.) Reinhard Rennar (Klav. Keyb.) Hans Baltin (E-Git. Kontrabass), Rita Fichter-Rollfinke (Git. Bfl.).
Angestellte im Laden:
Hans Gut (Vk.), Frau Eidenschink (Buchh.), Ingrid Komlew (Büro, Vk.), mein Bruder Peter Komlew (Klavierbauer), Irmgard Bachmann (Azubi), Matthias Meier (Azubi), Hubert Maier (Vk.), Hans Schuster (Vk.), Hermann Fuchs Vk.), Klaus Wellnitz (Werkst.), Annemarie Bayerl (Vk.), Thomas Kraller (Vk.), Robert Magheriu (Elektr. Werkst.), Andi Mitterer (Logistik Klaviertransport), Christian Witte (Werkst.), Robert Zunhammer (Vk.), Claudia Sohnemann (Klav. Werkst.)

Zum Schluss gedenke ich der zwischenzeitlich verstorbenen ehemaligen Mitarbeiter.
Hans Gut, Klaus Wellnitz, Hermann Doppelberger, Robert Magheriu, Heinz Jeromin.

 

Ab Januar 2021 übernimmt die IKSM Musik Ingrid Komlew Traunreut die Garantiebetreuung der bisher verkauften Musikinstrumente. Vermietung von Musikinstrumenten aller Art auch für Bläserklassen, Streicherklassen, Kaufberatung und Vermittlung von Musikinstrumenten, Finanzierung und Wertermittlung von Musikinstrumenten.

 

 

 

Chronik Haus der Musik in Traunreut

Paul Komlew

 

1966 als 18-jähriger bis 1974 war Paul Komlew als Semiprofi und Berufsmusiker in den Bands "The Scalas","Assy Grey" und der Olympiaband 1972 "Ric Gertys" als Keyboarder, Trompeter und Sänger tätig.

1974 Gründung einer privaten Musikschule.

3.5.1976 Eröffnung von "Haus der Musik" mit Notenabteilung und Kleinmusikinstrumenten von der Volksmusik bis hin zur Klassik in Traunreut, Marktstr. 4

1977 Erwerb des Diploms zum "Staatlich anerkannten Musiklehrer" mit Note eins in Pädagogik.

1979 Erweiterung des Musikhauses durch eine Klavierabteilung mit einer Werkstätte.

1982 Vergrößerung des Musikhauses durch einen weiteren Laden für Beschallungssysteme und Musikelektronik, sowie einer Elektronik-Werkstätte.

1982 Errichtung einer zentralen Musikschule in Traunreut mit einem umfangreichen Angebot an Fächern.

1984 Eintrag in das Handelsregister am 4. Mai 1984.

1985 hatte der Betrieb eine Musikschule mit 450 Schülern, 6 vollbeschäftigte Lehrkräften mit staatlich anerkannter Prüfung, 2 teilzeitbeschäftigte Lehrerinnen, 5 Angestellte in 3 Läden Jahresumsatz DM 1.350.500,--

1984 und 1985 Bayerischer Meistertitel für das Akkordeonorchester der Musikschule Paul Komlew.

1987 Auflösung der Musikschulzweigstellen im Landkreis Traunstein, da gemeindlich und staatlich geförderte Musikschulen, ein privates Betreiben nicht mehr wirtschaftlich machten.

1989 Auftritt von "The Scalas" mit Alfons Schuhbeck im ZDF in Hamburg, Sendung "Die Goldene 1"

1990 Vermietung der Musikschulräume in der Breslauer Str. 6 an Firma Bizerba AG Waagen aus Balingen.

1998 Umzug des Musikhauses in die Traunwalchner Str. 1, Konzentration auf einen zentralen Laden.

1999 Exisstenzgefährdender "Großer Wasserschaden".

2007 Einstieg in die Betreuung und Ausrüstung von "Bläserklassen".

2009 2. Mai "The Scalas" in der 1966er-Besetzung mit Alfons Schuhbeck im Bayerischen Fernsehen mit großem Artikel in der Münchner TZ.

2011 Aufnahme der "Müller" Harmonikas aus Kärnten ins Sortiment

2012 Entdeckung und Vermittlung eines historischen Pleyel Klavieres Bj. 1863 an das Pleyel Museum in Ruppersthal Niederöstereich

2013 Entdeckung und Vermittlung eines historischen Steingraeber Klavieres aus der Biedermeierzeit an das Steingreaber Museum in Bayreuth

2014 Auslieferung des berühmten Clara Schumann Flügels Bj.1883 an den stolzen Besitzer

2015 Auslieferung des Blüthner Aliqot-Flügels an den stolzen Besitzer

2016 40 Jahre Haus der Musik Traunreut 1976 bis 2016  und weitere Jahre

2019 Juni "Großer Wasserschaden" Hohe Belastung des Betriebsinhabers an Arbeitskraft und Psyche dieses Ereignis zu bewältigen.

2020 Wegen "Covid 19" 6 Wochen Ladenschließung, ab 27.4.20 durften wir wieder öffnen. Wir warten auf Kunden, die hoffentlich mal wieder kommen. Jetzt verkürzte Öffnungszeiten.

2020 Entschluss das Geschäft aus Altersgründen zu schließen.

 

 
 

Geschäftszeiten

Ich betreibe meine Geschäfte in home office

Instrumente werden ins Haus oder an den vereinbarten Treffpunkt geliefert

 

IKSM Musik

Ingrid Komlew

Pierlinger Weg 1

83301 Traunreut

Tel. 08669 / 5200

info @ musikhaus-komlew . de

www.musikhaus-komlew.de

Rechtliches

 

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